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Radiert die Social Media Buttons aus!

 24. Jun 2011
Simon Nickel  
 

Der Webmaster Friday hat mal wieder ein ziemlich spannendes Thema auf Lager: Social Media Buttons. Facebooks Like Button, der Twitter Button, Googles +1, diverse Vote Buttons und Buttons für Bookmarkdienste. In fast jeder Internetecke findet man sie. Grauenvoll.

Ich bin ein großer Feind dieser Buttons. Daher hab ich hier auch keine echten Buttons verbaut, sondern nur so etwas ähnliches. Ist die Rede von diesen Buttons, ist nämlich nicht nur eine Bild mit einem Link zum entsprechenden Dienst gemeint, sondern ein vom Plattformbetreiber angebotenes Script mit diversen dynamischen Informationen und Trackingmöglichkeiten.

Warum Social Media Buttons böse sind.

Diese Teile sind furchtbar hässlich, wenn nicht individuell, dann zumindest in Kombination. Ein großer blaurotgelbgrün-Mix aus unterschiedlichen Formen, Schriften und Icons. Pfui.

Außerdem sollen sie Hilfsmittel des Besuchers sein, damit er mit von ihm benutzten Plattformen interagieren kann. Also warum zur Hölle sollte ich entscheiden mit welchen Plattformen ein Besucher interagieren darf? Das ist meiner Meinung nach Schwachsinn und deshalb aus Prinzip nicht unterstützenswert. Solche Hilfsmittel sollte der Nutzer selbst zur Hand haben. Zum Beispiel als Bookmarklet oder Browser AddOn. Leider weiß der Durchschnittsuser nicht damit umzugehen. Daher sollte es in der Hand der Plattformen und Browser liegen, ihre Nutzer auf diese Möglichkeiten hinzuweisen. Facebook zum Beispiel wird das aber nie tun, da die Verbreitung ihres Buttons für sie mehr Vorteile als nur Like-Klicks beinhaltet. Es gibt zwar Browser wie RockMelt, aber, wie gesagt, es geht um Durchschnittsuser.

Ein weiterer Grund für meine Abneigung ist eine Mischung aus Ladezeit und Datenschutz. Hätte ich hier einen echten Facebook Button, würde jeder Besucher eine von mir nicht kontrollierbare Masse an Facebook Scripten laden, die Dinge tun, auf die ich keinen Einfluss habe. Zum Beispiel euren Facebook Account herausfinden (wenn ihr eingeloggt seid) und mit diesem verknüpfen, dass ihr hier wart und woher ihr gekommen seid. Ich will nicht der Grund sein, aus dem ihr Facebook Daten gebt, ohne dies implizit vorgehabt zu haben.

Also was tun?

Leider hat sich das nunmal so durchgesetzt und wird sich wohl so schnell auch nicht ändern. Ich habe mich diesem Trend schließlich auch gebeugt.

Da diese Masse an Icons wohl recht viele stört, scheint sich in letzter Zeit der Einsatz auf Facebook und Twitter Buttons (und teilweise den +1 Button) zu beschränken. Auch mir sind diese Netzwerke am wichtigsten, daher die beiden “Buttons” unter jedem Artikel. Das sind jedoch keine echten Buttons, sondern integrierte Bookmarklets. Also einfache Links, nur wenn ihr da drauf klickt könnt ihr den Artikel auf Twitter posten oder zu euren Facebook Freunden sharen. Die sonst übliche Like Funktion von Facebook hab ich damit nicht imitieren können, Facebook ist da nicht sehr freizügig mit Informationen und ich zu faul das ausgiebiger zu recherchieren. Vielleicht kann mir da ja jemand einen Tipp geben?

Abschließend noch ein paar Worte zu Googles +1 Button. Dessen Klicks sollen wohl in Zukunft auf die Platzierung in den Suchergebnissen beitragen. Anscheinend aber nur bei den eigenen, bzw. den von Freunden (sollte sich das auf die globalen Suchergebnisse auswirken, wäre das nicht sinnvoll, auch wenn sich das viele wünschen würden). Momentan lassen sich damit nur Artikel im öffentlichen Google Profil anzeigen. Ohne verbesserte Netzwerkfunktionen für Google Accounts macht das meiner Meinung nach noch wenig Sinn.

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Trackbacks

  1. [...] durch diese fremden Gestaltungselemente. Hier hebt sich unter den Diskussionsteilnehmern einzig lemontreepresse wohltuend ab. Um die Buttons dergestalt in ein individuelles Layout zu integrieren, sind allerdings [...]

  2. [...] Eigentlich bin ich durch den Artikel von Bohn über das Thema gestolpert. Social Buttons sind ein notwendiges Übel habe ich gelesen. Dann lasst sie doch weg? Oder macht sie schön, der Admartinator zeigt recht [...]

  3. [...] man jetzt auch hier unsere Artikel flattern, einfach das Flattr Icon unter jedem Artikel anklicken (Warum das kein direkter Flattr Button ist!) und schon werdet ihr zu dem dazugehörigen Button gelinkt. Sollte dabei wirklich ein wenig Geld [...]

  4. [...] den Social Media Buttons bin ich eigentlich nicht zufrieden, den Grund dafür habe ich schon mal verschrieben. Bisher wurden die leider kaum genutzt ich hoffe das ändert sich [...]

Kommentare

  1. Minon says:

    Ich würde Social Media Buttons zwar nicht als böse bezeichnen, aber generell stimme ich dir zu. Setzt man alle gängigen Buttons ein hat man schnell einen (meist häßlichen) Mix aus Farben, Formen und Scripten beisammen. Alles wirklich harmonisch darzustellen gelingt selten da fast alle Buttons unterschiedliche Formate haben. Ich würde es auch begrüßen wenn die Browser von Haus mit den gängisten Plattformen interagieren würden, aber das wird wohl leider nicht passieren. Zudem haben sich die wenigen Leute die überhaupt diese Buttons nutzen daran gewöhnt sie im Blog vorzufinden. Ich nutze schon seit längerem das Browser-Addon Feedly, mit dem ich Inhalte bequem auf die gängisten Portale sharen kann, egal ob ich einen Button finde oder nicht.

    LG

  2. Also ich seh das nicht so kritisch. Als Blogger ist man mit seiner Plattform doch auch sozusagen Teil der Social Community und warum soll man sich da nicht erweitern können.

    Beste Grüße

    Hansjörg Leichsenring

    Auf dessen Blog http://www.der-bank-blog.de ganz viele bunter Buttons sind :-)

    1. Simon Nickel says:

      Die Frage ist eher, warum man sich da erweitern müssen soll. Mir ist der 2. von mir angesprochene Punkt am wichtigsten in meiner Argumentation. Plattformen des Besuchers sollten durch Besucher ausgewählt werden und auch seiner Gewohnheit entsprechen. Klar, direkt unter dem Artikel hat sich als Standard etabliert, das ist aber eine ziemlich langweilige und unflexible Schranke.

  3. Ein Punkt für das Standard-Button-Design: Nutzer kennen die blaue Farbe, das Like-Symbol und klicken dann sicher eher, weil Sie die Funktion wiedererkennen…

    Viele Grüße aus Essen,

    Gerd

    1. Simon Nickel says:

      Das ist leider vollkommen richtig, zwingt aber meine Argumentation beinahe in die Knie, deshalb wollte ich das eigentlich verschweigen.

  4. HCL says:

    ich unterschreibe das völlig!

    in folgender reihenfolge:
    1) datenschutz:
    es ist für mich extrem gruselig sich vorzustellen, wie facebook mit hilfe dieser anwendung (es ist nicht nur ein button!) unglaubliche daten sammeln kann. nicht nur über die leute, die auf »gefällt mir« klicken sondern auch über alle anderen, egal ob sie bei facebook sind oder nicht. das ist für mich schon das no-go…
    (das gilt natürlich auch für google, die ja per analytics sowieso schon irre viel sammeln. das sollte eigentlich auch keiner aus jux und dollerei einbauen. nur wenn es wg. kunden nicht anders geht.)
    2) alles andere.

    ich plane das demnächst auf einer seite ganz anders zu machen und dann sag ich dir bescheid…