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Paul ist doof

 27. Sep 2010
Lena Florian  
 

Mit diesem Artikel möchte ich mir Luft machen und das eben Gelesene verarbeiten. Ich stöberte gerade im Internet nach neuen interessanten Blogs über das Lehrerdasein und fand zu meinem Entsetzen mehrere Blogs, die vereinfacht ausgedrückt folgenden Inhalt hatten: „Meine Schüler sind ja soo doof. Dümmer geht’s gar nicht. Das ist kaum auszuhalten. Ich bin so froh, wenn endlich Herbstferien sind!“ (als kleines Beispiel: Frau Freitag) Das schlimmste an diesen Artikeln ist, dass es keinen einzigen negativen Kommentar gibt, der diesen Kollegen mal sagt, dass das sowasvonüberhauptensgarnienicht in Ordnung ist. Es werden Namen, Klassen und Leistungen genannt. Gehen wir jetzt davon aus, jemand stellt sich, während er dies hier liest, tatsächlich die Frage: Was hat die denn? Hier meine Antwort:

Als Lehrkraft hat man die Aufgabe seine SuS anzuleiten etwas zu lernen und ihnen eine angenehme Lernatmosphäre zu bieten, in der sie sich frei entfalten können. Vermutlich ist das stark idealisiert, aber das sollte der Grundsatz eines jeden Lehrers sein. Nehmen wir an, eines unserer „total bescheuerten“ Kinder stößt auf einen solchen Artikel, es muss noch nicht einmal ein Kind sein, von dem dort die Rede ist. Trotzdem wird es sich zutiefst falsch verstanden fühlen. Denn die sind gar nicht doof. Die können gut 1 und 1 zusammenzählen. Mein Lehrer findet mich total scheiße und hält mich für zurückgeblieben. Na dann, werd´ ich halt Müllmann (ohne jetzt den Beruf des Müllmanns zu diskreditieren, ohne die würden wir wortwörtlich im Dreck stecken). Ich empfinde solche Artikel als enorme Motivationskiller für SuS, die durch die Pubertät so schon sehr starke Selbstfindungsschwierigkeiten haben. In jedem Kind steckt ein sehr sehr guter Kern, den es gilt zu erreichen und ihm zu helfen sich selbst zu erfinden.

Ein weiterer Punkt ist, dass solche Artikel den Ruf des Lehrerberuf, der so schon häufig durch die Medien und besorgte bzw. unzufriedene Eltern malträtiert wird, ins Bodenlose zieht. Er bestätigt diejenigen, die den Lehrerberuf als totaal einfach empfinden. Ich finde es sehr schade, dass selbst Kollegen uns in den Rücken fallen. Leider gibt es auch viele Kommilitonen, die so denken und denen ich einen solchen Artikel zutrauen würde.

Allerdings will ich auch kurz abschließend (weil doch nicht alles so schlimm ist) auch positive Beispiele von Lehrerblogs erwähnen, wie z.B. Herrn Rau oder den Halbtagsblog. Hier wird einem ganz einfach die (meiner Meinung nach) richtige Mentalität vermittelt und das gibt mir als angehendem Lehrer die Hoffnung, dass nicht alles so schrecklich ist. Dieser Artikel spiegelt natürlich nur meine eigene Meinung wider, aber ich halte es für wichtig dem Parole zu bieten.

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Kommentare

  1. livelybrowsers says:

    Thanks for good stuff