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Logbucheintrag 1

 29. May 2012
Lena Florian  
 

Am Pfingstwochenende haben Simon und ich meine Mutter auf dem platten Land besucht (Hallo Mama!). Neben Tätigkeiten wie Klauenschneiden bei den Schafen, Tochtersein, Fürdieuniarbeiten und Imteichplanschen hat mich ganz unvermutet eine alte Leidenschaft gepackt! Ich liege da – geweckt von Vogelgezwitscher und einer Katze die ans Dachfenster klopft – lasse meinen Blick durchs Zimmer schweifen und … schlaf erst einmal eine Runde weiter … (das hab ich jetzt nur geschrieben, weil es witzig ist, in Wirklichkeit passierte Folgendes:) ich sah mein altes Spiegelteleskop. In etwa das hier:

Dieses Teleskop haben mir meine Eltern zum 7. oder 8. Geburtstag geschenkt. Zu der Zeit war ich sehr astronomieverrückt, schrieb Exzerpte von Artikeln aus Büchern (Was ist Was … aber so hört sich das schon ziemlich wissenschaftlich an) und lernte sogar die (galileischen) Monde des Jupiters auswendig! (Die kann ich heute noch: Europa, Kallisto, Ganymed und Io) Ich wollte auf jeden Fall Astronomin oder Astronautin werden und die erste Frau auf dem Mond sowieso. Letzteres hat sich schnell erledigt als ich im FEZ in dieses weiße Astronautentrainiergerät gesteckt wurde, in dem man an Händen und Füßen festgeschnallt und dann rumgewirbelt wird. Der Rest hielt hingegen recht lange an bis ich am Gymnasium in der 7. Klasse Physik bekam und gnadenlos enttäuscht wurde. Mich faszinierte nämlich doch eher der Himmel da oben als das Gewicht, das da am Haken gen Erde hing.

Aber zurück zum Teleskop: Ich weiß noch, dass ich als Kind versucht habe, das Teil zu justieren, aber ich fürchte, ich habe damals nicht recht verstanden, was das überhaupt bedeutet. Meine Eltern konnten mir da irgendwie auch nicht recht weiterhelfen. Heute weiß ich, dass dieses blöde Teleskop wirklich nicht so einfach zu justieren ist!

Denn: Ich habe es vor 3 Tagen endlich geschafft!! Dazu sollte ich vielleicht kurz erklären, um was für ein Teleskop es sich handelt: Ein Spiegelteleskop mit azimutaler Montierung (d.h. das Fernrohr hängt in einer Gabel und kann auf zwei Achsen bewegt werden) von Bresser Optik. Das Problem an dem Teil war nun, dass irgendjemand mit roher Gewalt versucht hatte, es vertikal auszurichten. Weil aber die Apparatur, mit der die vertikale Ausrichtung gemacht wird, ziemlich schwergängig war, wurde die Montierung am Teleskop sehr locker und damit eigentlich überhaupt nicht mehr justierbar. So. Das habe ich mit Hilfe einer Gummiunterlegscheibe repariert und … es ist trotzdem echt schwierig gewesen mit dieser labberigen Montierung, Teleskop und Suchrohr zu justieren. Aber ich habe es geschafft und dann gleich in der Nacht von Samstag auf Sonntag losbeobachtet. Der Himmel war zwar nicht so klar, wie er sein sollte, aber ich habe trotzdem eine tolle Entdeckung gemacht! Doch dazu im nächsten Artikel!

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  1. [...] ich im letzten Artikel meine ganze Kindheit dargelegt habe, folgt nun die Offenlegung der Gegenwart: Ich habe eine [...]

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