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Die Sinnkrise des Google+.

 15. Jan 2012
Simon Nickel  
 

Vor ein paar Tagen habe ich gesagt, dass Google+ mir weit weniger wichtig ist als Twitter. Das war nicht immer so. Vor ein paar Wochen war ich noch ziemlich begeistert davon, habe es beinahe mehr genutzt als Twitter. Es ist seitdem nicht schlechter geworden, also warum bin ich nichtmehr davon begeistert?

Das ist eigentlich ganz einfach: Google+ sah sehr vielversprechend aus. Es war nicht perfekt aber Google hat viel daran gearbeitet. Es bestand die Hoffnung, dass es sehr großartig werden könnte. Diese Hoffnung ist nun weg. Bis jetzt hat sich nicht wirklich viel geändert. Es kam allerlei unbedeutendes Zeug hinzu, wie Spiele oder Youtube in Hangouts. Aber was will man damit, wenn es Probleme mit der Kernfunktion gibt?

Die Kernfunktion ist der Stream, das Element was für den ein oder anderen das Blog ersetzt und den wichtigsten Teil am Sozialen eines Netzwerks ausmacht: die Kommunikation. Diesen Teil hat Google vernachlässigt. Leider. Dabei ist das gar nicht so viel was sich ändern müsste:

Die Probleme.

Das Sharing macht soziale Netzwerke zu dem was sie sind: Großartig! Interaktion zwischen Menschen, einer denkt etwas und der andere kann damit weitermachen, hin und her, es entsteht ein großer Haufen an Denkpower. Das sharen bei Google ist aber kaputt, es funktioniert nur einseitig und zerfleddert sich an seinen Enden in tausend tote Köpfe. Das hat 2 Gründe:

  1. Wird ein Beitrag geteilt enthält der daraus entstehende Beitrag keinen Link zu seinem Ursprung. Es entsteht eine Kopie ohne Verbindung.
  2. Teilen mehrere Leute in meinem Stream den gleichen Beitrag, wird das Ergebnis nicht aggregiert.

Der Nutzen eines Netzwerkes geht dabei vollkommen verloren: Das Gemeinsame fehlt. Das schlägt sich auch auf die Kommentare nieder: Kommentiert man direkt zu einem Beitrag, integriert man die eigenen Kreise nicht, man kann sie nicht dazuholen, man kann ihnen nur eine Kopie (ohne dessen Kommentare) vor die Füsse werfen. Dadurch verlieren sich die Kommentare vereinzelt auf den vielen Kopien. Ein großer Vorteil gegenüber Twitter verpufft damit beinahe in der Bedeutungslosigkeit.

Google+ Circles Liste
Ein weiteres Problem sind die Circles. Sie haben ein grundsätzlichen Nachteil, dazu später mehr, aber auch einen funktionalen: Auf dem Bild sieht man die Circle Liste, da ist neben jedem Circle ein schöner Kreis. Ich will da jedesmal ein Häckchen reinsetzen, um bestimmte Circles in meinem Stream ein- oder auszublenden. Warum geht das nicht? Das wäre praktisch! Das führt zu einem Mangel an Übersicht, auch dazu komme ich später nochmal ausführlicher.

Um einiges wichtiger ist aber ein Element das zum Beispiel Twitter groß gemacht hat: Die API hat tausende Clients und Apps ermöglicht. Sie interagieren mit Twitter und bombadieren das System mit Mehrwert. Achja, ich will eine iPad App!

Die Sinnkrise.

Google will mit G+ an Facebook rankommen, das sieht man auch an der aktuellen Integration in die Suche. Der entscheidende Unterschied von Facebook ist deren System der gegenseitigen Freundschaft. Google hat Circles und will damit die Freundschaft auf Interessensgruppen ausweiten (Arbeitskollegen, Kegelclub, Leute mit gleichem Hobby…). Facebook hat (beinahe) private Kommunikation, innerhalb des eigenen Freundeskreises. Google probiert das nachzuahmen und durch das Schubladensystem zu erweitern, nicht mehr der gesamte Freundeskreis wird angesprochen, er lässt sich in Gruppen aufteilen.

Bei dieser Art der “privaten” Kommunikation vergisst Google aber die nötige Bidirektionalität der Beziehung abzubilden. Wenn ich meinen Kegelclub erreichen will reicht es nicht, wenn ich ihn adressiere. Er muss die Nachricht auch annehmen, also mich auch in einen Circle stecken.

Das Problem verstärkt sich durch die Doppelfunktion der Circles: Sie sind sowohl Gruppierung zum Senden, als auch zum Empfangen. Steckt ein Mitglied des Kegelclubs mich jetzt in einen anderen Circle als den Kegelclub, ist das ganze System kaputt.

Dieses offene Beziehungssystem ist den Leuten durch Twitter bekannt. Die Kommunikation auf Twitter wird nicht als privat empfunden, sie ist öffentlich. Das ist das was Twitter so außergewöhnlich macht, es ist ein großes Gespräch. So könnte Google auch funktionieren, Twitter mit mehr Möglichkeiten: langer Text, Kommentare, Medien Integration, Schubladen.

Das Problem ist aber die Richtung der Filterung. Bei Twitter filtert der Empfänger was er bekommen will, der Sender redet einfach in das System. Die Circles von G+ wollen aber, dass der Sender entscheidet wer etwas zu bekommen hat. Der Empfänger kann das nicht beeinflussen (er kann nur Personen beeinflussen nicht Themen). Circles machen also keinen Sinn für offene Kommunikation.

Die Lösung.

… existiert schon. Das twitterähnliche Netzwerk Subjot (Mein Profil) macht vor wie es funktionieren kann: Der Sender schränkt nicht ein, er kategorisiert. Jede Nachricht ist einem Subject (Thema) zugeordnet und offen in das System geschickt. Somit sammelt ein Sender ein Spektrum an Themen. Der Empfänger kann sich dann von seinem Kontakt die Themen heraussuchen, die ihn interessieren.

Man kann natürlich auch einfach alle Themen abonnieren und nachträglich einzelne wieder kündigen. Zusätzlich wird man natürlich auch auf neu entstehende Themen hingewiesen.

So müsste das Circlesystem auf Empfängerseite aussehen. Um das Private zu simulieren, müsste es für G+ also 2 parallele Verknüpfungsebenen geben. Das wäre den meisten Nutzern wahrscheinlich zu kompliziert, aber es würde im Gegensatz zum aktuellen System funktionieren.

Noch ein Problem: Die Übersicht.

Es gibt 2 Gruppen von G+ Meckerei.

  1. Hier ist ja gar nichts los.
  2. Wie soll ich das alles lesen?!

Ich gehöre zur 2. Gruppe. Anhänger der ersten Gruppe können das durch hinzufügen von Leuten umgehen ;) Ich könnte Leute wieder entfernen. Problem gelöst.

Ja gelöst wäre es, aber nicht sehr schön. Ein erster Schritt wäre es die oben genannte Möglichkeit mit dem An- und Abwählen von Circles. Damit könnte ich mir selbst Übersicht schaffen. Das Problem selbst ist der Vorteil den G+ gegenüber Twitter hat: Man kann mehr schreiben und Medien und Links werden mit Vorschaubild und Text dargestellt. Facebook macht das auch so, umgeht das Problem aber durch eine Filterung der Beiträge. Grob gesagt: Leute, mit denen man nicht interagiert, werden einfach nicht angezeigt. Das halte ich für den falschen Weg.

Die Frage ist: Wie könnte man das besser machen? Da kann wieder Twitter als Vorbild dienen. Der große Vorteil von Twitter ist die Geschwindigkeit, sowohl vom Sender als auch Empfänger. Wenig Text, wenig zu lesen. Twitter hätte sich das kaputt machen können, indem es eingebettete Videos und Bilder im Stream direkt einbindet. Hat es aber nicht.

Twitter bettet Content erst ein, wenn man den Tweet anklickt. Das ist ziemlich einfach und funktioniert. Google macht das nur bei langem Text. Jeder Link, jedes Video wird komplett angezeigt. Das ist überhaupt nicht übersichtlich.

Während mir bei G+ ganze 2 Beiträge angezeigt werden, sehe ich bei Twitter 9. Kann mir keiner erzählen, dass der Informationsgehalt bei G+ größer ist.

Fazit.

Der Artikel ist wohl etwas zu lang geraten, daher kurz eine Zusammenfassung: Sharing ist kaputt, Übersicht könnte durch Circle an- und abwählen verbessert werden, es fehlt eine API und eine iPad App. Google will zu Facebook, ist aber eigentlich eher Twitter. Daraus folgt, dass das Circle System kaputt ist. Eine Lösung lässt sich von Subjot abgucken. Allerdings ist der Stream viel zu unübersichtlich. Twitter zeigt aber, dass es auch besser gehen würde.

Das Problem ist, dass Google so sein will wie Facebook. Das scheinen aber die Nutzer nicht so ganz zu wollen. Das liegt daran, dass das Beziehungssystem – Kernelement eines sozialen Netzwerks – etwas anderes ist, als Google es haben wollte. Das führt zu Konflikten.

Google+ funktioniert also im Gegensatz zu Twitter weder so wie ich es mir wünschen würde, noch so wie es eigentlich gerne funktionieren will. Google kümmert sich momentan auch nicht darum, dass es besser wird. Es kümmert sich nur darum, dass es größer wird. Es “integriert” es in alle anderen Google Produkte (einen G+ Button im Google Reader ist keine wirkliche Integration).

Das ist der Grund warum ich es momentan nur so nutze wie Facebook: Fast gar nicht. Links finden ihren Weg dahin, ich selbst aber nicht.

Ich weiß, der Text ist lang, aber wenn jemand bis hierher gelesen hat würde es mich sehr freuen, wenn ihr mit ein Zeichen gebt ;) Sagt mir einfach was ihr zu den angesprochenen Problemen denkt oder wie ihr Google+ nutzt bzw. warum ihr es nicht nutzt. Danke :)

Trackbacks

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  2. [...] auf der anderen Seite fordern diese einen Klarnamenszwang und sperren alle ihre Dienste in ein mit Mängeln [5] behaftetes Google+ ein. Auf einer Seite das Unternehmen, welches das Internet als globale, [...]

  3. [...] lemontreepresse; “Vor ein paar Tagen habe ich gesagt, dass Google+ mir weit weniger wichtig ist als Twitter. Da… [...]

  4. [...] hat vorgestern noch einen interessanten Beitrag zum Thema Die Sinnkrise des Google+ veröffentlicht, in welchem er seine Bevorzugung von Twitter gegenüber von G+ [...]

  5. [...] Dieser Artikel erschien zuerst auf lemontreepresse.de. [...]

  6. [...] Google+ deswegen überflüssig? Steckt es gar in einer Sinnkrise, wie Simon Nickel meint? Glaube ich nicht. Es geht eben immer darum, genau zu beobachten und sich gut zu überlegen, was [...]

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Kommentare

  1. Mißfeldt says:

    Super auf den Punkt gebracht, danke.
    Übrigens bin ich via Twitter bzw. rivva hier gelandet :-)

  2. Arne says:

    Abgesehen davon, dass du dich mit dem »der Text ist zu lang«-Gejammer unnötig selber schlecht machst (ich habe gerade eigentlich wichtigeres zu tun, als Blogs zu lesen, habe aber deinen Text trotzdem gelesen – und zwar ganz! Und jetzt halte ich den auch noch für wichtig genug, dass ich einen Kommentar hinterlasse), finde ich, dass du sehr genau die Punkte analysiert hast, die mich, nach dem anfänglichen »WOW! Ich hab Google+«, recht schnell wieder davon abgebracht haben. Das es am Anfang noch so unübersichtlich war, war noch zu verkraften, es war neu und schon OK, mittlerweile aber nervt es. Das neue Corporate Design von Google ist im ganzen ja groß und nutzt viel Weißraum. Gut für Touch-Geräte, an meinem Rechner oder an meinem 13″ MacBook nervig. Google+ wird, bei ganzen 1280 Pixeln Breite, die ich meinem Browser zur Verfügung stelle, in ein ca. 900 Pixel-Korsett gequetscht, wobei es doch, wie du auch schon angemerkt hast, es eigentlich an Platz, oder vielmehr, an sinnvoller Platz-Ausnutzung mangelt. Es ist wirklich schade: Das Sharing ist, wie du richtig anmerkst, von der Idee her »kaputt« und macht kein Spaß, weil die Diskussionen total ausfransen, auf all die geteilten Beiträge. Und der Stream ist immer noch so unübersichtlich, dass mir das Verfolgen desselben keinen Spaß macht. Das Potential für ein cooles Social Network ist nach wie vor da, aber Google muss es endlich mal richtig anpacken.

  3. Walter says:

    Schon lange zerbreche ich mir den Kopf darüber – und falle immer wieder zurück auf Twitter. “Das Problem ist, dass Google so sein will wie Facebook.” Du hast es auf den Punkt gebracht! Merci!

  4. SdN says:

    So ganz bin ich bei G+ auch noch nicht heimisch geworden.
    Viele Einstellungen, die für sich betrachtet schlüssig sind, haben im alltäglichen Gebrauch ihre Tücken.
    Angefangen von den verschiedenen Möglichkeiten, den angezeigten Stream auszuwählen über die von Dir sehr schön beschriebene Problematik der Kommentierung. Auch der Umstand, dass Organisationsseiten erst dann Leuten folgen kann, wenn diese der Organisation folgen, macht (mir)Schwierigkeiten.
    Nun sollte man aber 2 Dinge nicht vergessen:
    1. G+ ist in seiner Konzeption auch eine Antwort auf viele Probleme von Facebook, von denen einige behoben wurden. Bspw. die fehlende Differenzierung zwischen den verschiedenen Kontaktarten (Kollegen, Freunde, Familie, Politiker usw.).
    2. G+ ist in der Anfangsphase. So wie das Problem behoben wurde, dass Organisations- oder Firmenseiten nur von einer Person gepflegt werden konnten, werden auch andere Schwächen behoben werden können.

    G+ ist für mich keine Konkurrenz zu FB und erst recht nicht zu Twitter, sondern eine Ergänzung. Natürlich hat nicht jeder Mensch die Zeit, alle Social Media Kanäle zu bespielen. G+ könnte vielleicht FB eliminieren oder umgekehrt. Twitter spielt für mich jedoch nicht nur in einer anderen Liga, sondern ist ein anderer Sport (um einen alten Spruch zu bemühen).

    1. Simon Nickel says:

      Oh ja, das mit den Unternehmensseiten ist auch so eine Sache. Warum veröffentlichen die ein groß angekündigtes und von vielen ersehntes Feature, ohne dass es überhaupt fertig ist. Bei so einem Feature stürzen sich die meisten Leute direkt nach der Veröffentlichung auf, alle reden darüber. Funktioniert das dann nicht so wie es eigentlich sollte, wird natürlich gemeckert. Was also bringt Google eine verfrühte Einführung?

      Zu dem Vergleich zu Facebook muss man ergänzen, dass Facebook diese Gruppierung schon ziemlich lange erlaubt (etwas versteckt). Aber innerhalb kurzer Zeit als Antwort auf Google ein viel besser funktionierendes Feature eingebaut hat: Automatische Gruppierung. Alle, die bei mir auf der Uni sind, werden in eine Gruppe gepackt. Ich muss dafür nichts tun, das sollte für die meisten reichen.

  5. Die von dir beschriebenen Defizite beim “Sharen” kann man mittels eines Workarounds vermeiden. Nämlich indem man nicht auf “teilen” klickt, sondern den Permanent-Link des zu sharenden Postings an ein neues eigenes Posting hängt (das ganz ohne sonstigen Text bleiben kann). Schaltet man dann noch für dieses Posting die Kommentiermöglichkeit hab, ist alles gut: die Diskussion kann nicht auf der neuen Ebenen neu beginnen, Interessenten müssen im verlinkten Thread kommentieren.

    Was die Circles angeht: von ihnen geht keinerlei Zwang aus, wie man sie nutzt. Man kann damit bestimmte Adressaten ansprechen, sie nur als Lesefilter nutzen, oder beides. Ich poste z.B. im Regelfall alles öffentlich, das fühlt sich für mich dann nicht anders an als auf Twitter: ich schreibe ins System und andere bestimmen, ob sie das lesen wollen.

    Das Problem der reziproken Vernetzung lässt sich mittes “Circle teilen” auch managen: da versammelt eben jemand alle in seimem “Verein” in einen Circle und teilt diesen Kreis dann mit genau jenen Personen. Ob die das annehmen, ist allerdings ihre Sache – und das find ich gar nicht so schlecht.

    1. Simon Nickel says:

      Natürlich lässt sich das alles irgendwie handhaben. Das Problem ist aber auch, dass es nicht reicht, wenn ich das mache. Es müssten alle machen damit es funktioniert und das wird sich nicht durchsetzen.

      Solange ein System Funktionen hat, die man erst umgehen muss, frage ich mich ob es überhaupt Sinn macht dieses System zu nutzen. Das System sollte einen unterstützen und keine Steine in den Weg legen. Bei einem kleinen neuartigen Dienst mit viel Innovation, der Funktionen bietet die sonst keiner hat, ist das vielleicht hinnehmbar. Aber ein Social Network von Google? Da erlaube ich mir höhere Ansprüche.

    2. Tina says:

      richtig gute Antwort
      hätte ich nicht besser sagen können

  6. Wirklich sehr guter Artikel genau getroffen und bestens analysiert.
    Die hashtags gibt es ja auch bei G+ was ein großer Unterschied und Vorteil gegenüber Facebook ist.
    Wer bei Facebook viel auf fremden Seiten und Gruppen postet kann ein Lied davon singen wie man bei fb.
    ältere Beiträge kaum noch findet außer durch zeitaufwändiges scrollen.
    Komisch nur das kaum jemand die tags Funktion in G+ verwendet wo diese doch Vieles vereinfachen kann.

  7. Cyrus McDugan says:

    Das Problem mit den RadioButtons statt CheckBoxes für die Circles im Stream kann man zumindest bei Chrome umgehen mit der Erweiterung Plus Minus. https://chrome.google.com/webstore/detail/pidkbnhjgdngcfcaikoocdanfijkgdli

    1. Simon Nickel says:

      Als ich das erste Mal von dieser Extension gehört habe, bin ich vor Freude beinahe in die Luft gesprungen. Inzwischen hat sich das als großer Schrott dargestellt. Die Extension muss natürlich erst alle Beiträge laden und die Circlelisten laden und kann dann alle Beiträge streichen, die nicht angezeigt werden sollen. Das führt zu ziemlich langer Wartezeit in der alles hinundher ruckelt. Es funktioniert natürlich irgendwie, aber schön ist das leider nicht.

  8. Stefan says:

    Guter Text, klarer Standpunkt. Ich stimme dir zu, dass bei G+ viele Dinge einfach kaputt sind.

    Das Problem ist, dass Google so sein will wie Facebook

    Ich denke hier eher, dass Google+ sich beim Stream unbedingt von den etablierten Mechanismen (Twitter, Facebook) unterscheiden wollte. Im Sinne von Alleinstellungsmerkmal. Wäre der Stream so wie bei FB, würde G+ imho besser funktionieren.
    Kurz: habe letzte Woche meinen G+-Account geschlossen.

    1. Simon Nickel says:

      Das ist auch eine sehr interessante Sichtweise. Statt ähneln will es anders sein, da steckt auf jeden Fall auch ein wenig Wahrheit drin.

  9. Irma Walter says:

    Zwei der Negativpunkte haben sich vor kurzem in Luft aufgelöst (immer nah dran bleiben) a) du kannst inzwischen Kreise aus deinem Stream entfernen. Direkt in Google+. Wenn du im linken Menü auf die Kreise klickst, siehst du über dem entsprechenden Stream einen Lautstärkeregler. Den kannst du auf Null stellen. Ich habe gerade meine Kreise neu geordnet: solche die ich lesen will und solche denen ich schreiben will.
    Den Twitter-Look (Beiträge sind nur eine Linie, klappen auf, wenn man darauf klickt) dafür gibt es eine Chrome App, die ziemlich viele Leute nutzen. Ich nicht. Ich finde den Twitter-Look zu uniform.

    Der fehlende Link zum Originalbeitrag ist ein großes Manko. Das stimmt. Das haben schon viele Leute moniert und es muss geändert werden. Die Kommentare sollten auf den Originalbeitrag gehen.

    Inzwischen kann ich nur empfehlen, Hashtags in den Kommentaren zu verwenden, das wird noch ausgefeilt.

    Twitter verwende ich inzwischen gar nicht mehr, weil ich es nicht auf die Reihe kriege, mehr als 50 Leute in meinem Stream zu lesen. Das Tolle an Twitter ist jedoch die Unmittelbarkeit mit der sich Hashtags bilden, und daher lokale Neuigkeiten verbreiten.

    1. Simon Nickel says:

      Oh stimmt, da war was. Das könnte eine Lösung für dieses Problem sein, wenn auch etwas umständlicher als die Checkliste. Werde das mal ausprobieren :)

      Bei den ganzen Extensions mit denen man im Stream rumpfuschen kann ist meistens das Problem, dass die erst nachträglich alles rausschmeißen, dadurch lädt das ganze nicht flüssig und fühlt sich irgendwie falsch an. Siehe auch Kommentar weiter oben (http://lemontreepresse.de/google/#comment-8828).

  10. Sehr schöner und ausführlicher Artikel. Gleich vorweg, ich bin über Google plus hier aufgeschlagen. Im Großen und Ganzen stimme ich Dir zu. Ganz besonders vermisse ich auch die iPad App! Ich denke es ist auch den persönlichen Vorlieben geschuldet, auf welchem sozialen Netzwerk man sich wohler fühlt. Für Fotografen und Menschen die Bilder lieben gibt es nichts Besseres als Google plus. Aus diesem Grund sind es auch viele Fotografen, die die meisten Follower haben. Aber Google Plus ist noch am Anfang und wird sich entwickeln. Das war mit Facebook nicht anders. Twitter lebt und gedeiht aus und mit seiner Schlichtheit! Wenn ich zurückblicke und sehe was sich seit Juli getan hat und das dann linear weiterführe, haben wir noch einiges zu erwarten. Hannes Schleeh http://bit.ly/rKxvX7

  11. Miss Goebbelz says:

    Google will sein wie faceboo?
    Facebook gibt es doch schon. Und es mach mir keinen Spass. Abgesehen von den 2000 Werbe einblendungen, und das dich echt jeder Arsch finden kann, (facebook, triff Leute wieder wegen denen du die Stadt, Schule, etc. verlassen hast) wenn du dich unter deinem richtigen Namen anmeldest.
    Mit Twitter fang ich gerade erst an und kann darüber leider noch nicht viel sagen.
    Bis hierher fand ich Google ganz nett, auch wenn ich immer seit 3 Monaten immer noch große oder kleine SChwierigkeiten mit der Nutzung habe, komme ich damit zurecht.
    Es wär halt nur leichter wenn es leichter wär. lol

  12. Addliss says:

    Hi, ich bin über Mario Sixtus bei G+ auf diesen Beitrag gestoßen und kann einige Kritikpunkte bestätigen.

    Allerdings habe ich bei der Übersichtlichkeit, deren Mangelhaftigkeit du kritisierst, eine andere Meinung. Die Twitteransicht, die du dir wünscht, halte ich für hinderlich. Es ist von Twitter eine gute Lösung, Videos und Bilder nur bei Klick anzuzeigen. Doch Google+ hat ein anderes System es möchte “sofort” Mehrinformation bieten, was sich auch darin zeigt, dass es mehr Zeichen zulässt. Der Vorteil dabei ist, dass Bilder ein Blickfang für Menschen sind und Videos sich direkt abspielen lassen. Ich schätze, genug Leute wären genervt von dem Klick, den sie erst zusätzlich ausführen müssen und würden fragen: “Warum soll ich den machen, wenn Google+ doch sowieso den Platz hat?”. Es ist eine zusätzliche Hürde (in der Soziologie und Ökonomie nennt man sowas “Beschaffungskosten”), die die Nutzer davon abhält Inhalte wahrzunehmen. Viele würden dann dein Bild oder dein Video, das du eingebunden hast, gar nicht sehen, weil der Text, den du dazugeschrieben hast (oder vielleicht ganz wenig Text), sie nicht anfixt. Das merke ich ganz häufig bei Twitter, dass ich häufig Links einfach nicht anklicke, aber letztlich weiß ich, dass mir dadurch vielleicht sogar wichtige Informationen verloren gehen, die mich vielleicht interessiert hätten.
    Ich mag die Übersicht bei Google Plus eigentlich ganz gern und finde es überhaupt nicht schlimm.

    Eine Lösung des Problems wäre vielleicht die Auswahl zwischen zwei Alternativen bei Google+:
    a) Twitter-Look mit kurzen Beiträgen. Man könnte es ja wie bei Google Mail “Kompaktansicht” nennen oder so.
    b) Standard-Look, so wie er jetzt ist.

    Das sind meine Gedanken zu diesem Punkt.

  13. me says:

    Schlecht! Du hast einfach keine ahnung. Api gibt es schon lange und filtern der streams geht auch im jeweiligen kreis….

  14. Bridgy says:

    Hi,

    viele richtige Punkte, v.a. das fehlende Filtern des Streams durch Auswählen der Kreise ist eher bösartig als missing Feature.

    Beim Layout kann ich auch nur den Kopf schütteln. Schlimm, dass man da mit userstyles ran muss (oder selbst einen bauen).

    Doppelte Beiträge im Stream erscheinen auch nicht so richtig sinnig, v.a. wenn man ein Posting selber gesharet hat und dann Original und eigenes Posting untereinanderstehen.
    Aber abgesehen von der Tatsache, dass fb das selbe tut, ist es ist hier wirklich fraglich, ob man am Ende nur eine einzige G+weite Diskussion zu dem geshareten Objekt haben möchte. Viele User antworten nicht unter einen Stream von 500 Antworten, weil ihre Antwort dann eben untergeht und nicht von ihren Kontakten leicht erkannt werden kann.
    Ein Link zum Original erscheint mir also absolut wünschenswert, aber ein autarker Kommentarbereich sollte zumindest zur Auswahl stehen, denn nicht alles was man teilt möchte man wirklich mit aller Welt diskutieren (müssen), auch wenn man öffentlich teilt.

    Zur Circle-Problematik habe ich ein Verständnisproblem mit dem Kegelclubbeispiel.
    Natürlich müssen meine Empfänger mich adden, wenn ich die Kegelclubpostings nicht öffentlich raushaue. In welchem Circle ich bei meinem Empfänger lande, ist dann aber doch weitgehend unerheblich, was durchaus ein Vorteil für beide Seiten ist.
    Und das Beispiel mit der geschlossenen Gruppe, die fb mir vorsortiert, kann ja wohl kaum als ernst zunehmende Alternative zu bewusstem Auswählen von Gruppen sein. Schön, dass du bei fb deine Unizugehörigkeit da einträgst, aber das tun keineswegs alle korrekt bzw. wollen das überhaupt! Bei G+ werde ich eben zu dieser Kontrolle gezwungen, die mir z.B. Mr. Sugarmountain aus den Userdaten generiert, aber den meisten Leute eher Angst macht. Darüber hinaus kenne ich kaum Leute, die bei fb nicht blind an alle Freunde posten, sondern effektiv eigene Gruppen verwenden.

    Ingesamt hinkt meiner Meinung nach dein Vergleich mit Twitter, dass du anscheinend herangezogen hast, weil es dein Leitmedium ist.
    Anders sein als solches ist natürlich nicht per se positiv, aber G+ nur als öffentliches Medium zu interpretieren, in das der Sender ebenso einfach hineinreden sollte, greift meiner Ansicht nach zu kurz.

    Trotz allem hoffe ich inständig, dass G+ v.a. die von dir angesprochenen UI- und Filterprobleme endlich löst.

    1. Simon Nickel says:

      Mit der Möglichkeit zu einem autarken Kommentarbereich geb ich dir recht, es sollte nicht zwangsweise alles als eins dargestellt werden. Wichtig ist aber die Möglichkeit an der Diskussion teilnehmen zu können UND die eigenen Bekannten daran teilnehmen zu lassen.

      Zu den nicht öffentlichen Postings: wie du bereits sagst nutzt das niemand. Genau wie die Circles. Das Beispiel mit Facebook sollte nur dazu dienen um zu zeigen, dass es andere Möglichkeiten gibt. Eine Alternative ist es natürlich nicht.

      Natürlich greift der alleinige Bezug auf öffentliche Kommunikation zu kurz. Aus den Möglichkeiten des Beziehungsystems folgere ich aber, dass es besser unterstütz wird. Daher beziehe ich mich auf diese Nutzung. Meine persönliche Präferenz spielt dabei natürlich auch eine Rolle.

      Danke für das ausführliche Feedback :)

  15. SöR Duke says:

    Hallo.
    ich bin quasi ein Anfänger in G+, und für mich war Dein Artikel sehr hilfreich,
    mehr zu verstehen.

    Insgesamt finde ich auch Deine Art zu argumentiern und zu präsentiern sehr gut nachvollziehbar,
    auch von einem “Anfänger”, – und DAS ist selten zu finden. Respekt. Und Danke für diesen Hilfe Text,
    den ich über G+ auch so im Vorbeigehn gefunden habe…

  16. Kai says:

    Moin Moin,

    ich habe ja keine Ahnung was so manche für eine riesen Erwartungshaltung haben – das diese dann enttäuscht wird ist kein Wunder. Ich habe ein paar Anmerkungen:

    1. Warum nehmen vermeintliche Social Media- Experten & Blogger immer wieder an das Google wie Facebook oder Twitter sein will? Gibt es da Quellen & Aussagen von Google die so einen Schluss zu lassen? Ich verfolge das nun seit Anfang an – fast alle Medien stellen g+ gleich in die Ecke zu Facebook und vergleichen was das Zeug hält – ich habe bisher noch kein Statement von Google gefunden in dem sie behaupten mit g+ ein besseres Facebook oder Twitter bauen zu wollen, woher kommt also die Annahme? Die konzeptionelle Anlage von G+ sehe ich da in ein ganz anderen Ecke.

    2. Es gibt schon ein ganze Weile (wie auch bei anderen Google Services) die Möglichkeit seinen Stream filtern zu lassen und Quellen zu gewichten. Wenn man das Feature ab und zu mal füttert ist das durchaus auch lernfähig und säubert den Stream ganz gut.

    3. jeder kann natürlich alles totreden wie er möchte, schlussendlich ist es der persönliche Geschmack der entscheidet ob man einen Dienst nutzt oder nicht – unter der Annahme das g+ das Übernetzwerk sein soll und alle Vorteile von FB, Twitter, Flickr usw. vereint kommt man natürlich nie zu dem Schluss das es den Ansprüchen genügt – wie unter 1. angemerkt sehe ich nicht das Google mit g+ überhaupt dahin will, das Netzwerk ist als Tool entstanden um Informationen unter den Mitarbeitern zu teilen und damit den Informationsfluss intern zu verbessern und wurde nach dem man das potential erkannt hat nach aussen hin geöffnet und erweitert.

    4. Meiner Meinung nach geht Google genau den richtigen Weg was die Entwicklungschritte angeht, statt die eierlegende Wollmichsau hinzustellen die alles kann wird es langsam wachsen und seine Nutzer finden und praxisorientiert ausgebaut. Was will man jetzt mit einer umfassenden API? Aus Social Media Marketing sicht ist es natürlich blöd das man nicht automatisiert publishen kann wie aber wieder unter 1. geschrieben ist es unter umständen gar nicht das Ziel von Googel aus dem Netzwerk eine weiteren Marketingkanal für externe kommerzielle Projekte auf zu machen, Googel denkt in erster Linie an das eigene Business und die vernetzung der Services untereinander.

    5. Unter Android läuft die G+ App super auf Tablets ;)

  17. FG says:

    Ich habe weder Facebook noch Twitter genutzt. Deshalb kann ich G+ leider nicht vergleichend bewerten.

    Durch das Teilen bei G+ geht das Gemeinsame verloren und ein Thema wird an zahlreichen unterschiedlichen Orten diskutiert.
    Dies reduziert den “Haufen” und unterstützt Nischendiskussionen.

    Ist das aber wirklich ein Fehler bei G+ oder entfernt sich Google damit bewußt vom globalen Gedanken des Internet.

    Ich glaube auch, dass gerade die fehlende gegenseitige Freundschaft bei G+ die einfache Abbildung sehr komplexer Beziehungen ermöglicht. Kommunikation verläuft ja nicht immer linear im gegenseitigem Austausch.

    Will Google das Konzept “Google Search – plus Your World” erfolgreich umsetzen, dann müssen mehr kleine Gruppen und persönliche Inhalte entstehen. Die Funktionen bei G+ fördern dies.

    Das Verbessern der Funktionen bei G+ ist für die Verbreitung von G+ nicht so wichtig, wie die Verschmelzung mit der Suche von Google. Ich glaube, G+ wird sich entwickeln! Ich glaube aber auch, dass es weder mit Facebook noch Twitter vergleichbar sein wird.

  18. Sehr interessant, was du hier schreibst. Wobei das Meiste für mich als 08/15-User eher nebensächlich ist. Ich nutze weder Twitter noch fb. Da hätte ich auch gar keine Zeit zu. Bin hauptsächlich hier gelandet, um mich fotografiemässig auszutauschen.
    Ich bin mir allerdings bis heute noch nicht im Klaren darüber, was eigentlich diese Circles für einen Nutzen haben. Ist mir auch in deinem Beitrag nicht so ganz klar geworden (aber das liegt wahrscheinlich an mir). Wenn ich etwas poste, mach ich das sowieso öffentlich und für jeden. Aber ich habe ja hier auch nur ein Interessengebiet. Alles andere kann ich ja über den “Hinzufügen”-Button steuern…
    Was mich mehr nervt ist, dass z.B. unter den Benachrichtigungen max. 9 angezeigt werden und du trotzdem nicht siehst, ob dich jemand auf einen deiner Beiträge direkt anspricht. Und bei mehr Benachrichtigungen wird´s dann richtig mühsam.
    Auch die Doppelungen von hochgeladenen Fotos (wenn du sie teilen willst) im Stream finde ich ziemlich gagga.

    1. Simon Nickel says:

      Ohja, das mit den Bildern hab ich ganz vergessen ;) Das fällt einem schon beim scrollen durch den Stream auf. Da hat man oft ein Album mit vielen Bildern und dann darüber die ganzen Bilder nochmal einzeln, weil dazu ein Kommentar geschrieben wurde. Das hätte auch besser gelöst werden können.

  19. vera says:

    99%, danke für’s auseinanderfriemeln. Bin gerade auch wieder auf dem Weg zu mehr twitter.

  20. Hagen Kohn says:

    “Wird ein Beitrag geteilt enthält der daraus entstehende Beitrag keinen Link zu seinem Ursprung. Es entsteht eine Kopie ohne Verbindung.”
    Das stimmt doch gar nicht. Es erscheint ein Link des Urhebers mit dem Hinweis: “XY hat diesen Beitrag ursprünglich gepostet”

    Oder hab ich was falsch verstanden?

    1. Simon Nickel says:

      Leider schon, der Text steht da und er enthält auch einen Link. Allerdings ist nur der Autor verlinkt, nicht der Beitrag.

      1. Frank Heuser says:

        Falsch: die Zeile enthält zwei Links: zum Autor und zum Beitrag!

        1. Simon Nickel says:

          Dann bin ich nur zu doof dafür. Bedeutet aber nicht, dass dadurch Google bessere Arbeit geleistet hat.

  21. Frank Heuser says:

    Sorry, Simon, war mein Fehler: bevor man “rumstänkert” sollte man alles Chrome-Erweiterungen deaktivieren. Standard ist tatsächlich nur der Autor, meine Erweiterung “Antworten und Mehr für Google+” ergänzt den Link zum Beitrag. …tschuldigung…

    1. Simon Nickel says:

      Kein Problem :)

      Das zeigt aber recht gut die Problematik: Wenn eine umfangreiche Plugin Landschaft entsteht, die das Interface verbessert, muss etwas schief gelaufen sein.

  22. Lars says:

    Hallo Simon,

    ich bin via GoogleReader und t3n hierher gelangt, weil mich die Überschrift neugierig gemacht hat. Da ich selber begeisterter G+ Nutzer bin, lese ich auch möglichst viel darüber, vor allem kritische Töne, da man sonst Gefahr läuft, mit rosa Brille durchs Leben zu schreiten.

    Ich gebe Kai Recht, der anmerkt, dass Google nie behauptet hat, G+ sei FB oder Twitter. Twitter wurde mir schon häufig als Hort der Übersichtlichkeit gepriesen, leider nutze ich es nicht, um mir selbst ein Bild machen zu können. FB finde ich grottig schlecht. Deren Automatismen sorgen immer wieder dafür, dass Dinge geschehen, die ich nicht will. Zu Glück arbeiten die jetzt intensiver daran, aber woran liegt das? G+ vielleicht ;)?

    Nein, ich bin kein sehr öffentlicher Mensch und genau deshalb schätze ich G+. Hier kann ich sehr genau steuern, wer etwas liest. Stimmt, das ist aufwendiger als bei FB, aber deswegen nicht schlechter. Das sharen von Posts ist wirklich noch nicht schön, insbesondere die Kommentierung ist oll, stimmt.

    Nun aber mal zu anderen Aspekten:
    1. G+ ist einfach – meine Eltern, weit jenseits der 60 und andere ältere Familienmitglieder nutzen G+ sicher
    2. G+ als Newsreader zu missbrauchen, führt nun mal zu einem unüberschaubaren Stream, wenn man die Priorisierung nicht nutzt, das gilt aber auch bei FB – ich verstehe nicht, weshalb so viele diese Systeme als Reader mißbrauchen – dafür gibt es RSS oder Atom (ja, dass ist bei weitem nicht so altmodisch, wie Vielen glauben gemacht wird)
    3. G+ spamt mich bisher nicht mit Werbung voll – das ist bei FB ganz anders
    4. Hangouts sind toll! :)

    Abschließend möchte ich euch bitten, Geduld zu haben. Ich bin sicher, dass bei G+ noch viel passieren wird und das der Ansatz eben anders ist als FB, ich glaube sogar, dass er nicht für die Neerds und Geeks dieser Welt gedacht ist. FB ist mein Ohr in die Welt, auf G+ treffe ich mich mit gezielten Nutzergruppen. Vor allem bekomme ich bei G+ viele sinnvolle Posts und weniger Infos über persönlichen Nonsens.

  23. Thomas says:

    Ein auf jeden Fall lesenswerter Blog. Der auf meinen heftigsten Widerspruch stößt. :-)

    Ganz offen gestanden hast du eine Erwartungshaltung, die G+ gar nicht erfüllen WILL. Also ist es nicht verwunderlich, dass du enttäuscht bist. Das höchste Gut bei G+ ist, dass der einzelne Benutzer ein Höchstmaß an Kontrolle hat. Das ist genau der Punkt, den ich an G+ so liebe. Ich will gar nicht, dass meine Kreise mich ungefragt in eine Diskussion hineinziehen. Wenn mich mein Kegelbruder in seinen Kreis aufnimmt, will ich selber entscheiden, ob das auf Gegenseitigkeit beruht. Und er soll selber entscheiden, ob ER das will, wenn ich ihn einkreise.

    Bei Twitter “redet der Sender in das System” – genau das will ich ja gar nicht. Ich will eine zielgerichtete Kommunikation, mit Themen, die nur einen kleinen Kreis etwas angehen. Ich rede mit meinen engsten Freunden nun mal anders, als ich das mit der WWW-Öffentlichkeit tue. Ich muss mich deswegen nicht einschränken, weil ich mal Gedanken loswerde, die etwa fünf Leute etwas angehen. Weil ich ein Thema mit ganz bestimmten Personen diskutieren möchte, die ich kenne.

    Facebook ist für mich Unterhaltung – weil ich mir IMMER bewusst sein muss, dass der Rest der Welt mitliest; Twitter ist Informationsbeschaffung im Tickerformat (dafür super geeignet!). Gezielter Austausch geht für mich nur auf G+.

  24. michael says:

    Schön geschriebener Artikel.
    Der Schlussfolgerung, dass G+ genauso unnötige vielen Ballast wie Facebook mit sich bringt, kann ich gut folgen.
    Allerdings ist Twitter aus meiner Sicht genauso überflüssig, wie die beiden Erstgenannten.
    Wozu muss ich denn eine öffentliche Diskussion führen? Dazu gibt es Foren oder Mailinglisten. Ist also alles schon einmal da gewesen.
    Zum lesen von Informationen wurden RSS-Feeds entwickelt.
    Twitter setzt darauf auf und verballhornert gut entwickelte Konzepte, die aus meiner Sicht genauso zum Web3.0-Mist gehören, wie Facebook & Co.
    Abgestandenes Wasser neu aufgekocht und als Heilwasser aus Fidji verkauft. Scheint ja zu funktionieren dank genügend Lemmingen, die meinen mit dazu gehören zu müssen.